Kalbinnenaufzucht für Export
Interessante Variante der extensiven Tierhaltung
Deckungsbeiträge und Arbeitsaufwand liegen im Bereich zwischen Ochsen und Mutterkühen. Im Jahr 2011 wurden insgesamt über 34.700 Rinder exportiert. Einige sprechen bereits von Österreich als „Zuchtviehexport-Europameister“. Für so manchen Betriebsleiter stellt sich daher die Frage, wie der betriebswirtschaftliche Vergleich mit alternativen Rinderhaltungsformen aussieht. Organisatorisch gesehen ist die Produktion einer Exportkalbin dieselbe wie bei anderen Kalbinnenaufzuchtmethoden, außer dass die Exportkalbin früher vom Betrieb abgeht. Die weiblichen Zuchtkälber werden mit einem Alter von drei Monaten zugekauft und mit durchschnittlich 22 Monaten über den Exportmarkt wieder verkauft.
Mehr Tiere pro Jahr
Der durchschnittliche Deckungsbeitrag je erzeugter Exportkalbin ist gegenüber einer herkömmlich produzierten Kalbin etwas niedriger. Der Grund dafür liegt beim fehlenden Erlös. Bei einer Vermarktung über den Export lässt sich aktuell ein Preis von 1.450 Euro erzielen. Bei einer Versteigerungskalbin kann bei den momentanen Marktverhältnissen auf den Versteigerungen ein Auszahlungspreis an den Landwirt von rund 1.680 Euro kalkuliert werden. Der Vorteil einer Exportkalbin liegt jedoch im Abgangsalter. Eine normal erzeugte Kalbin hat je nach Aufzuchtsystem ein durchschnittliches Erstkalbealter von 27 bis 30 Monaten. Die Exportkalbin verlässt den Betrieb mit durchschnittlich 22 Monaten. Das bedeutet, dass bei der Produktion von Exportkalbinnen mehr Tiere im Jahr produziert werden können und so die Exportkalbin pro Betrieb den gleichen Deckungsbeitrag erreicht. Je früher die Exportkalbin den Betrieb verlässt, umso besser ist die Wirtschaftlichkeit.
Extensive im Vergleich
Der Vergleich der Betriebszweige Kalbinnenproduktion, Mutterkuhhaltung und Ochsenmast zeigt, dass mit der Mutterkuhhaltung der durchschnittlich höchste Deckungsbeitrag erreicht werden kann (Grafik). Jedoch ist der Arbeitszeitbedarf in der Mutterkuhhaltung wesentlich höher, als bei den beiden anderen Betriebszweigen. Obwohl die Ochsenmast und die Kalbinnenaufzucht arbeitswirtschaftlich annähernd gleich einzustufen sind, kann mit der Kalbinnenaufzucht ein höherer Deckungsbeitrag pro Tier und Jahr erzielt werden.
Fazit
Gutes Zuchtvieh ist immer gefragt. Daher ist die Vermarktung von Kalbinnen, egal ob Export, Partnerschaft oder Versteigerungskalbinnen ein wirtschaftlicher und alternativer Betriebszweig. Die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Exportkalbinnenproduktion ist, dass die österreichischen Tiere auch in der Zukunft stark nachgefragt, und zu guten Preisen vermarktet werden können.
Peter Lackner
Arbeitkreis Milchproduktion LK STMK
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